Pflege,

die die Würde wahrt!

Bianca Staßen: Thema Pflege

Das erste Mal kam ich mit der Pflege von Angehörigen durch meine Oma in Berührung. Die gesamte Familie teilte sich die Aufgaben und war für die Pflege unserer Oma da. Später war die Pflege meiner schwer erkrankten Mutter nicht mehr so einfach, da meine Schwester und ich beide berufstätig sind und sich unsere familiären Strukturen geändert hatten. Wir mussten schnell Lösungen finden und hatten keinerlei Ahnung, an wenn wir uns wenden sollen. Somit fühlten wir uns im ersten Moment hilflos und überfordert. 

Bianca Staßen: Thema Pflege

Das rheinland-pfälzische Pflegenetzwerk bietet viele Möglichkeiten, um Pflegebedürftige und deren Angehörige in den unterschiedlichsten Situationen zu unterstützen. Diese sind aber den meisten nur teilweise oder gar nicht bekannt. Eine verbindliche Einrichtung der Gemeindeschwestern Plus in allen Verbandsgemeinden und Städten halte ich daher für sinnvoll. Ihr Angebot umfasst von der präventiven Beratung im Bereich der gesundheitlichen und häuslichen Versorgung bis zur Vermittlung von wohnortnahen Teilhabeangeboten wie zum Beispiel Seniorentreffs usw. Sollte es in den kleineren Ortsgemeinden an entsprechenden Angeboten fehlen, so ist ihre Aufgabe diese anzuregen bzw. zu initiieren und damit die Entwicklung gesundheits- und selbständigkeitsfördernder Infrastrukturen in den Kommunen mit voranzutreiben. Sie sind also ein wichtiger Baustein für das selbstbestimmte Altern. 

Durch die Veränderung in den familiären Strukturen ist ein Altern, wie es früher möglich war schwieriger geworden. Damit jeder in seiner liebgewonnenen und gewohnten Umgebung bleiben kann, müssen die Weichen für neue Angebote des gemeinschaftlichen Lebens gelegt werden. Der barrierefreie Umbau von Häusern oder Wohnungen sollte hierzu noch besser gefördert werden. Eine weitere Möglichkeit sehe ich in der Schaffung von alternativen Wohnformen, wie zum Beispiel Seniorenwohngemeinschaften, generationenübergreifende Wohnformen und auch dem Ausbau des ambulanten Pflegedienstes. Somit wird die gesellschaftliche Teilhabe der Bedürftigen sichergestellt.


Aber auch in der allgemeinen Pflege müssen Veränderungen angegangen werden.  Pflegekräfte gibt es zu wenige und zudem werden sie häufig zu schlecht bezahlt. Um ausreichend Nachwuchs an Pflegekräften in allen Bereichen zu bekommen, muss sich die Wert­schätzung der Pflege dringend in besseren Arbeitsbedingungen und in tarif­licher Bezahlung (Tarifverträge) widerspiegeln. Ebenfalls ist es notwendig die schulische Ausbildung sowie  Arbeitsplätze attraktiver zu gestaltet.